Kontext
Seoul erlebt eine Phase ungezügelten Wachstums, einhergehend mit starker Verdichtung und der Schaffung neuer Subzentren und Verkehrswege. Dieser urbane Wandel betrifft auch das Wohnquartier Seodaemu-gu, in dem die Parzelle für die neue Schweizer Vertretung schon bald von dichter Bebauung mit Wohntürmen quasi umringt wird und dann wie eine «Oase» im Herzen des Stadtteils «New Town» liegt.

Form
Das Projekt ist eine zeitgenössische Interpretation des traditionellen koreanischen Hofhauses, dem «Hanok», welches mittlerweile nahezu aus dem Stadtzentrum verschwundenen ist. In seiner Spiralform fügt sich das neue Gebäude bescheiden und respektvoll in seinen Kontext ein und versinnbildlicht Integration und Offenheit, das Heimische und das Fremde, sowie den urbanen und den konsularischen Raum. Das Ensemble entwickelt sich entlang des Raumprogramms, beginnend mit der zum privaten Garten ausgerichteten Residenz, gefolgt von grosszügig zum Hof geöffneten Repräsentationsräumen und schliesslich der Kanzlei mit repräsentativer Eingangsfassade zur Strassenseite hin. Dank der überdeckten Zäsur zwischen Kanzlei und Residenz kann das Ensemble in zwei Etappen realisiert werden. Sämtliche Räume sind durchgehend und zum räumlichen und symbolischen Herz der Botschaft, dem Innenhof, ausgerichtet. Ein umlaufendes Vordach schafft im Hof einen vor Blicken und Sonne geschützten Bereich für Nutzer und Gäste, einen fliessenden Übergang zwischen Innen und Aussen.

Materialisierung
Äusseres und inneres Gesicht des Baus sind klar differenziert: Die Aussenfassade besteht aus dunklen Feinblechstrukturen, die Innenhoffassade aus hellem Holz und Glas. Das Dach aus Zinkblech bildet die Fortsetzung der Aussenfassade. Das Fassadentragwerk ist eine an lokale Bauweisen erinnernde vorgesetzte Pfosten-Riegel-Konstruktion, durch deren modulare Aufteilung mit unterschiedlich grossen Öffnungen auf die Anforderungen des Programms geantwortet wird.

Auftrag Burckhardt+Partner AG: Architektur